Walther von der Vogelweide Sumer unde winter beide sint Liedtext

1.

Sumer unde winter beide sint

guotes mannes trôst, der trôstes gert.

er ist rehter fröide gar ein kint,

der ir niht von wîbe wirt gewert.

dâ von sol man wizzen daz:

daz man elliu wîb sol êren,

und iedoch die besten baz.

2.

Sît daz nieman âne fröide touc,

sô wollte ouch ich vil gerne fröide hân

von der mir mîn herze nie gelouc,

ez ensagte mir ir güete ie sunder wân.

swenne ez diu ougen sante dar,

seht, sô brâhtens im diu mære,

daz ez fuor in sprüngen gar.

3.

Ichn weiz niht wol, wie ez dar umbe sî:

si engesach mîn ouge lange nie.

sint ir mînes herzen ougen bî,

sô daz ich âne ougen sihe sie?

dâ ist doch ein wunder an geschehen:

wer gab im daz sunder ougen,

daz ez si zaller zît mac sehen?

4.

Welt ir wizzen, waz diu ougen sîn,

dâ mit ich si sihe durch elliu lant?

ez sint die gedanke des herzen mîn,

dâ mite sihe ich durch mûre und ouch

durch want. nû hüeten, swie si dunke guot,

sô sehent si doch mit vollen ougen

herze, wille und al der muot.

5.

Wirde ich iemer ein sô sælig man,

daz si mich âne ougen sehen sol?

siht si mich in ir gedanken an,

sôvergiltet si mir mîne wol.

mînen willen gelte mir,

sende mir ir guoten willen,

mînen den habe iemer ir.