Walther von der Vogelweide Diu menscheit muoz verderben Liedtext

Diu menscheit muoz verderben,

suln wir den lôn erwerben.

got wolde dur uns sterben,

sîn drô ist ûf gespart.

Sîn kriuze vil gehêret

hât maneges heil gemêret.

swer sich von zwîvel kêret,

der hât den geist bewart.

Sündic lîp vergezzen,

dir sint diu jâr gemezzen.

der tôt hât uns besezzen,

die veigen âne wer.

Nû hellent hin gelîche,

dâ wir daz himelrîche

erwerben sicherlîche

bî dulteclîcher zer!

Got will mit heldes handen

dort rechen sînen anden,

sich schar von manegen landen

des heilegeistes her.

Got, dîne helfe uns sende:

mit dîner zesewen hende

bewar uns an dem ende,

sô uns der geist verlât,

vor helleheizen wallen,

daz wir dar in niht vallen.

ez ist wol kunt uns allen,

wie jâmerlîch ez stât,

daz hêre lant vil reine,

gar helfelôs und eine.

Jerusalêm, nû weine,

wie dîn vergezzen ist!

Der heiden überhêre

hât dich verschelket sêre.

dur dîner namen êre

lâ dich erbarmen, Krist,

mit welher nôt si ringen,

die dort den borgen dingen.

daz si uns alsô betwingen,

daz wende in kurzer frist!