Paul gerhardt warum sollt ich mich denn graemen liedtext



Warum sollt' ich mich den grämen?


Hab' ich doch Christum noch,


Wer will mir den nehmen?


Wer will mir den Himmel rauben,


Den mir schon Gottes Sohn


Beigelegt im Glauben?


2. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen,


Dringt herein Angst und Pein,


Sollt' ich drum verzagen?


Der es schickt, der wird es wenden!


Er weiß wohl, wie er soll


All mein Unglück enden.


3. Gott hat mich bei guten Tagen


Oft ergötzt: sollt' ich jetzt


Nicht auch etwas tragen?


Fromm ist Gott und schärft mit Massen


Sein Gericht, kann mich nicht


Ganz und gar verlaßen.


4. Unverzagt und ohne Grauen


Soll ein Christ, wo er ist,


Stets sich laßen schauen.


Wollt' ihn auch der Tod aufreiben,


Soll der Mut dennoch gut


Und fein stille bleiben.


5. Kann uns doch kein Tod nicht töten,


Sondern reißt unsern Geist


Aus viel tausend Nöten,


Schleußt das Tor der bittern Leiden


Und macht Bahn, da man kann


Gehn zu Himmelsfreuden.


6. Was sind dieses Lebens Güter?


Eine Hand voller Sand,


Kummer der Gemüter.


Dort, dort sind die edlen Gaben,


Da mein Hirt, Christus, wird


Mich ohn' Ende laben.


7. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,


Du bist mein, ich bin dein,


Niemand kann uns scheiden:


Ich bin dein, weil du dein Leben


Und dein Blut mir zugut


In den Tod gegeben.


8. Du bist mein, weil ich dich faße


Und dich nicht, o mein Licht,


Aus dem Herzen laße.


Laß mich, laß mich hingelangen,


Da du mich und ich dich


Leiblich werd' umfangen!