Mike Krüger Liedtext

Mike Krüger Mein Gott, Walter Liedtext

Walter war nicht groß, war eher klein,

trotzdem glaubte er, von den Kleinen einer der größten zu sein.

Seine Frau, die Marie, sah noch ganz gut aus für ihr Alter.

Und wenn sie mal was sagte, dann meist:

„Mein Gott Walter!“

Walter liebte sein Leben, war meist unbeschwert,

und wenn er mal was machte, machte er’s meist verkehrt.

Beim Frühstück warf er die Kaffeekanne um,

zum Glück war’s nur kalter,

Marie sagte wieder einmal:

„Mein Gott Walter!“

Walter hatte es nicht eilig, arbeitete eh‘ am selben Haus

Und wenn er keine Lust hatte, fiel die Arbeit eben aus.

Das machte auch nichts, denn er war Hausverwalter.

Wenn die anderen Mieter ihn sahen, meinten sie nur:

„Mein Gott Walter!“

Walter wollte und ließ das Haus in Ordnung versetzten

Und machte einer was kaputt, musste er den Schaden ersetzten.

Meist musste Walter dies tun, wie gestern den Feuerlöscherhalter.

Als er das beichtete, sagte Marie:

„Mein Gott Walter!“

Denn da hatte Walter im Flur Rauch entdeckt,

und sofort erkannt, dass nur ein Feuer dahinter steckt.

Laut „Feuer! Feuer!“ rufend, riss er den Löscher von der Wand,

natürlich mit Halter.

Alle die ihn sahen meinten nur:

„Mein Gott Walter!“

Doch solche Blödeleien ignorierte er nur

Und rannte mit dem Löscher hinaus auf den Flur.

Doch dort staubten nur die von ihm bestellten Gipser und Kalker

und als sie ihn sahen:

„Mein Gott Walter!“

Doch Walter macht sich nichts aus solch kleinen Pannen,

Aus kaputten Tassen, Tellern oder Kaffeekannen.

Er geht dann in die Kneipe und wenn er heim kommt, dann lallt er.

Marie sagt dann nur:

„Mein Gott Walter!“

Ja, das Leben verlangte Walter schon ’ne Menge ab

Und sein Pech verfolgte ihn sogar bis ins Grab.

Denn sein Sarg glitt den Trägern aus den Händen,

auf den Boden knallt‘ er. Der Pfarrer rief entsetzt:

„Mein Gott Walter!“

Nun steht Walter ganz allein vorm Himmelstor

Und kommt sich eigentlich ziemlich einsam vor.

Petrus sieht durch das Guckloch,

darauf verliert den Halt er.

Zum lieben Gott ruft er nach hinten:

„Da draußen, da steht Walter!“