Herbert Grönemeyer Liedtext

Herbert Grönemeyer Haarscharf Liedtext

Wieder Licht am Horizont,

Die letzten Steine weg,

Endlich aus der Umklammerung,

Langsam aus dem Dreck.

Kein Schleier mehr vor meinen Augen,

Trauer aus dem Staub,

Kein bitterer Geschmack auf der Zunge,

Leben wieder erlaubt.

Seh‘ wieder in den Spiegel,

Rasier‘ dich aus meinem Gesicht.

Ein Opfer auf deiner Strecke bin ich nicht.

Meine Vernunft hat mich gewarnt,

Alle Zeichen auf Alarm.

Mein Verstand unter Narkose,

Du warst viel zu weich und warm.

Durchtrainiert, unwiderstehlich,

Berechnung deiner Welt,

Pakt mit der Versuchung,

Haltlos, bin kein Held.

Hast meine Sinne geködert,

Mit mir dein Spiel gespielt.

Es galten nur deine Regeln, link und wild.

Hast mich in deiner Hand gedreht.

Haarscharf am Abgrund,

So g’rade noch den Absprung,

Im letzten Moment von der Klinge.

Hast mich nicht geschafft.

Du ließ’st die Luft langsam aus meinen Lungen,

Zogst feuchte Kreise auf meiner Haut,

Erzähltest verzweifelte Lügen,

Hab‘ dir immer wieder geglaubt.

Fülltest Venen mit Wahnsinnsgewitter,

Hast mich schwind’lig geliebt,

Mich gezielt abgefertigt,

Du warst Gift, Unglück, Dynamit.

Hast mich distanziert vorgeführt,

In dein Netz manövriert,

Mit deinem Killerinstinkt mich fast erstickt.

Es ist dir nicht geglückt.

Haarscharf am Abgrund,

So g’rade noch den Absprung,

Im letzten Moment von der Klinge.

Hast mich nicht geschafft.

Deine Tricks wirken nicht mehr.

Ich lerne wieder gehen.

Hab‘ dich rechtzeitig enttarnt,

Will dich nie wieder sehen.

Haarscharf am Abgrund,

So g’rade noch den Absprung,

Im letzten Moment von der Klinge.

Hast mich nicht geschafft.