Alexandra (Germany) Liedtext

Alexandra (Germany) Alle Dinge, die uns der Zufall schenkt Liedtext

In der Metro am Place Saint Michel um halb 10

hab ich ihn gestern früh, als er zustieg, gesehen;

und ich merkte, dass er die Umgebung vergaß,

weil er eifrig im neuesten Figaro las.

Und so fuhr er mit mir von Station zu Station (durch Paris)

Und im Stillen, da hoffte ich schon,

dass sein Ziel eventuell auch das meine wär‘,

denn der Mann, muss ich sagen, gefiel mir doch sehr.

Alle Dinge, die uns der Zufall schenkt, sind die Dinge, an die man nie denkt.

Was ich eben noch leise zu hoffen gewagt,

dass er irgendwann irgendwas doch zu mir sagt,

wurde wahr, denn er fragte mit höflichem Wort:

„Mademoiselle, s’il vous plait, ist das hier Gare du Nord?“

Und ich wurde verlegen, mir war ja so heiß,

doch im selben Moment wieder kalt wie das Eis.

Er stand vor mir und lachte und dann stieg er aus.

Und ich auch, denn hier war ich tatsächlich zu Haus‘.

Alle Dinge, die uns der Zufall schenkt, sind die Dinge, an die man nie denkt.

Was dann kam, ist so schön und ist noch nicht vorbei,

denn der Alltag ringsum ist uns ganz einerlei.

Er vergaß seinen Zug auf der Station du Nord,

und auch ich warf die Angst vor dem Glück über Bord.

Seit dem Tag, der das Wörtchen Bestimmung bewies,

gibt es wieder ein Liebespaar mehr in Paris.

Und die Stadt ist so groß, dass man leider nicht sieht,

was in diesem Moment in der Metro geschieht.